Finanzierung nach der WIKR

Die seit März 2016 geltende Wohnimmobilienkreditrichtlinie, abgekürzt WIKR soll ein knappes Jahr später nach dem Willen der Politik „spürbar entschärft werden“. Mit der WIKR ist eine Vorgabe der Europäischen Union in deutsches Recht umgesetzt worden. Darunter leiden in erster Linie bauwillige jüngere Familien sowie Immobilienbesitzer im Rentenalter.

Banken und Sparkassen müssen für die Bonitätsbewertung sehr viel engere Kriterien als bisher anwenden. Nicht nur das Monatseinkommen ist entscheidend, sondern darüber hinaus auch bestehende Verbindlichkeiten wie Dispo- und Kartenkredit, wie Rahmen-, Raten- oder Autokredit. Der Immobilienbesitzer 60plus muss den Modernisierungskredit für das schuldenfreie Haus noch zu seinen Lebzeiten komplett zurückzahlen können. Der Immobilienwert wird deutlich weniger als in der Vergangenheit berücksichtigt.

Die Kreditinstitute sind gezwungen, sich an die Vorgaben der WIKR zu halten. Für sie bedeutet das eine deutlich geringere Kreditvergabe. Das Kreditvolumen ist im Laufe des Jahres 2016 im zweistelligen Prozentbereich, wie es heißt, eingebrochen. Im Grunde genommen hat die neue WIKR keinem geholfen, sondern allen Beteiligten und Betroffenen geschadet.

Das hat die Politik mittlerweile erkannt. Sie hat in den letzten Sitzungen von Kabinett, Bundestag und Bundesrat vor dem Jahreswechsel 2016/2017 eine spürbare Lockerung signalisiert. Schaffung von Wohnungseigentum ist eine von der Politik gewünschte private Altersvorsorge. Die WIKR in der jetzigen Handhabung ist da geradezu kontraproduktiv. Und die Finanzierung eines seniorengerechten, barrierefreien Umbaus des Eigenheims ist allemal sinnvoller als eine Heimunterbringung wegen körperlichem Handicap, Umschuldungsprofi UG.

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